Herbert und Schnipsi in Röthenbach

Szenen einer bayrischen Ehe

In guten wie in schlechten Zeiten – für Herbert und Schnipsi sind die Aufs und Abs der Ehe im wahrsten Sinne des Wortes Programm.
In guten wie in schlechten Zeiten – für Herbert und Schnipsi sind die Aufs und Abs der Ehe im wahrsten Sinne des Wortes Programm. | Foto: Brinek2016/03/herbert-und-schnipsi-diehl-halle-roth1.jpg

RÖTHENBACH — Mit ihrem aktuellen Bühnenprogramm „Juchhu, glei schmeißt‘s uns wieder“ präsentierten die beiden Kabarettisten Claudia Schlenger (Schnipsi) und Hans Meilhammer (Herbert) heitere und besinnliche Episoden aus ihrem langjährigen Ehealltag. Die Besucher in der voll besetzten Karl-Diehl-Halle in Röthenbach erlebten einen rundum gelungenen Abend und spendeten immer wieder stürmischen Applaus.

Mit den Worten: „Grüß Gott – i frei mi zu Tod, dass wir heit hier san“, begrüßte Herbert das Publikum, darunter viele treue „Herbert-und-Schnipsi“-Fans und er betonte, dass er mit seiner Partnerin schon lange einmal in Röthenbach auftreten wollte. Damit hatte er die Besucher sofort auf seiner Seite und das den ganzen Abend lang. Auch den feinen Hinweis darauf, dass die beiden bei ihrer letzten Vorstellung mit „Standing Ovations“ belohnt wurden, verstanden die Röthenbacher sofort und feuerten die beiden Künstler lautstark an. Schnipsi räumte allerdings kleinlaut ein, dass es bei ihrem letzten Auftritt überhaupt keine Sitzplätze gab.

Danach wechselten sich handfeste Dialoge mit humoristischen Musiknummern ab und offenbarten dem Publikum, dass nur wer auch einmal hinfällt, etwas dazulernt. Die Lust am Schiefgehen und Unperfekten zog sich wie ein roter Faden durch das Programm. Da fragte Schnipsi die Besucher nach der günstigsten Rocklänge wegen ihres „kurzen Beins“ und Herbert regte sich über schlecht funktionierende Bewegungsmelder in öffentlichen Toiletten auf. Auch mit den Tücken von Versicherungen schlugen sich die beiden herum. Das Publikum erinnerte sich bei vielen Passagen an ähnliche eigene Erfahrungen und amüsierte sich köstlich.

Ehestreitigkeiten wie beim grandiosen Sketch „Das Hochzeitsgeschenk“ krönte Herbert immer mit dem Satz: „Wir können gleich weiterstreiten, merk dir amol wo mer warn“. Bei dieser Auseinandersetzung verrannten sich die beiden immer mehr. Herbert wollte Schadensbegrenzung betreiben, trat aber vollends ins Fettnäpfchen als er feststellte: „Schnipsi, i seh doch eh nur des Schöne an dir, des Andere schau i gornet o“.

Aufgepeppt wurden die Sketche mit klug getexteten Liedern, die witzig waren und die musikalische Qualität der beiden Akteure widerspiegelten. Originell war zum Beispiel das „Tröpferllied“, bei dem das Publikum vor Lachen Tränen(tröpferl) weinte. Auch das Lied „Sowas Depperts“ nach dem Sinatra-Klassiker „Something Stupid“ begeisterte die Zuhörer. Zur Höchstform liefen die beiden mit dem Lied über „Kuhfladen“ auf, in dem Schnipsi davon schwärmte, dass sie früher leidenschaftlich gerne in die warmen und weichen Hinterlassenschaften getreten ist. Herbert sang dazu: „Es is a wahre Pracht, sowas komma net kaufen, des is selbergmacht“.

Während es bei anderen Paaren heute mit der Scheidung oft schnell geht, sind Herbert und Schnipsi im wahren Leben schon über 40 Jahre verheiratet. Passend dazu endete der Abend mit dem Schlusslied „Ich bleib bei dir, du bleibst bei mir“, bei dem der ganze Saal begeistert mitklatschte und mit dem Satz „Gib mir die Hand, mir bleim zamm“.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek