Thao Lyn und Lan Chi Le qualifizierten sich für Landeswettbewerb

Streicher-Duo erfolgreich bei Jugend musiziert

Die beiden jungen Musikerinnen beim Preisträgerkonzert im Historischen Rathaussaal in Nürnberg. | Foto: privat2017/02/lan-und-thao2.jpg

ALTDORF – Es ist eine Erfolgsgeschichte, die schon früh begann. Seit fast neun Jahren hat die 14-jährige Thao Lyn Le Geigen-Unterricht, ihre 13-jährige Schwester Lan Chi Le seit sechseinhalb Jahren Cello-Unterricht. Eine offensichtliche familiäre Vorbelastung und das langjährige Üben haben sich allerdings gelohnt: Bei mehreren „Jugend-musiziert“-Wettbewerben haben die beiden jungen Musikerinnen entweder einzeln oder im Duo kräftig abgesahnt. Kürzlich haben sie nicht nur im Regional-Wettbewerb den ersten Platz belegt, sondern auch noch den Förderpreis der Sparkasse kassiert.

Kein Wunder, dass zu Hause eine Urkunde neben der anderen an der Wand hängt. Thao Lyn und Lan Chi haben schon so häufig bei besonderen Anlässen musiziert und bei Nachwuchswettbewerben mitgemacht, dass sie hier nicht alle aufgezählt werden können. Erst vor einem Jahr war Lan Chi bei Jugend musiziert als Solistin auf ihrem Instrument, dem Violoncello, in Regensburg erfolgreich, und zwar nicht nur im Regionalwettbewerb, sondern auf Landesebene.

Normalerweise hätte sie sich damit die Teilnahme am Bundeswettbewerb gesichert, aber sie hatte Pech: Sie war letztes Jahr einfach noch zu jung dazu. Für 12-Jährige ist ein Wettbewerb auf Bundesebene nämlich noch nicht vorgesehen. Vor drei Jahren haben beide, damals noch zehn und elf Jahre alt, in der Kategorie „Streicher-Ensemble“ ebenfalls schon beim Regional- und Landeswettbewerb reüssiert. Auf regionaler Ebene belegten sie prompt den ersten Platz, auf Landesebene immerhin den zweiten.

Drei musikalische Schwestern

Die Musikalität des Papas, der in seiner Freizeit mehrere Instrumente spielt, hat sich auf die drei Le-Töchter vererbt, denn auch Thao My (22), die wie ihre beiden jüngeren Schwestern das Leibniz-Gymnasium durchlief, war und ist eine erfolgreiche Pianistin. Ihr haben es auch die beiden zu verdanken, dass sie so frühzeitig an ihre Instrumente herangeführt wurden. „Unsere Lehrkräfte empfahlen, dass jede von uns ein anderes Instrument lernen sollte“, berichtet Thao Lyn. Für sie stand von klein auf fest, dass das die Geige sein sollte. Und Lan Chi hat als kleines Kind einmal einen Cellisten gehört und dann war es um sie geschehen: Das Violoncello wurde ihr auserkorenes Instrument. Von Anfang an erhielten die beiden Privatunterricht von professionellen Musik-Pädagogen. Thao Ly bei der bekannten Musikerin Irina Goldstein und Lan Chi bei Heike Wundling. Mittlerweile lernt Thao Ly bei Barbara Casino in Nürnberg. Einmal die Woche wird intensiv geprobt, zu Hause allerdings täglich eine Stunde investiert, „erst jede für sich und dann üben wir beide meist noch gemeinsam“, erzählen die Zwei.

Bei so viel Begabung und Disziplin scheint die Karriere als Berufsmusikerinnen vorgegeben. Doch hier wollen sich die Teenager nicht festlegen. Sie lesen und malen schließlich auch noch gern und haben als Siebt- bzw. Neuntklässlerin noch viel Zeit, sich für einen Beruf zu entscheiden. Ihre große Schwester betreibt das Musizieren schließlich auch „nur“ als Hobby und hat ein Studium aufgenommen, das in eine ganz andere Richtung zeigt, obwohl sie mehrmals sehr erfolgreich sogar beim Bundeswettbewerb abschnitt.

Mit Lampenfieber umgehen können Thao Lyn und Lan Chi mittlerweile längst. „Das gehört dazu“, finden beide, aber es lässt sich in den Griff bekommen. Und überraschenderweise bestätigen beide, dass sie nur auf klassische Musik festgelegt sind, wo es ihre eigene Karriere betrifft. Daneben hören sie genau wie alle Gleichaltrigen die moderneren populären Musikrichtungen. Und umgekehrt finden die Klassenkameraden, die hauptsächlich angesagte Chart-Bands konsumieren, die musikalischen Leistungen der Streicherinnen wirklich gut.

Eintrittsticket für Landescontest

Beim diesjährigen Wettbewerb Ende Januar, zum ersten Mal auf AEG in Nürnberg, glänzten die beiden wie immer. Ab 23 Punkten hätten sie sich für den Landeswettbewerb qualifiziert, aber natürlich erzielte das Duo die maximale Punktzahl von 25 und löste damit das Eintrittsticket für den Landeswettbewerb im April in Bad Kissingen.

Dann werden sie das von ihren Lehrerinnen ausgewählte Programm vor einer Fachjury spielen – Stücke von Charles Dancla, Alessandro Rolla und Erwin Schulhoff. Sollten sie weiterhin auf der Erfolgsschiene bleiben, dann heißt das nächste Ziel für sie Teilnahme am Bundesfinale.

Neben dem Contest auf AEG, mit dem sie sich ihr Weiterkommen gesichert haben, nahmen sie ein paar Tage später am Preisträgerkonzert im Historischen Rathaussaal in Nürnberg teil, der von der Sparkasse Nürnberg gefördert und mit einem Preisgeld von 200 Euro pro Teilnehmer unterstützt wird. Das Musizieren fängt also bereits an, lukrativ zu werden.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler