Kultur HZ
07.11.12 16:14 Uhr
Jubiläum des Akkordeon-Orchesters Hersbruck

60 und kein bisschen leise

Von: Alfred Eichhorn

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Evelyn Borchard mit dem Akkordeon-Orchester und der Sängervereinigung Reichenschwand. Foto: A. Eichhorn
Evelyn Borchard mit dem Akkordeon-Orchester und der Sängervereinigung Reichenschwand. Foto: A. Eichhorn

HOHENSTADT - Mit einen festlichen Jubiläumskonzert unter dem Motto „60 Jahre und kein bisschen leise“ feierte das von Evelyn Borchard geleitete Akkordeon-Orchester Hersbruck seinen runden Geburtstag im Markgrafensaal, der mit etwa 400 Zuhörern schier aus den Nähten zu platzen schien.

Auch der Komponist und langjährige Leiter des Orchesters, Adolf Götz, war anwesend. Er führte das Orchester zu internationalem Ruhm im Sinne einer Völkerverständigung und setzte in den 80er Jahren kulturelle Höhepunkte in Hersbruck, so bei Folklore-Veranstaltungen der Gastorchester aus Belgien und Jugoslawien. Als Komponist schuf er anspruchsvolle Orchesterwerke, die weltweit und gerne gespielt werden.

Mit dabei waren frühere Weggefährten von Adolf Götz, so die Sängervereinigung Reichenschwand unter ihrer dynamischen Leiterin Karola Klinger-Summerer. Der Chor beging kürzlich sein 150-jähriges Bestehen (HZ berichtete). Adolf Götz leitete den Sängerbund Reichenschwand und organisierte gemeinsame Auftritte mit Chor und Orchester.

Die Stadtkapelle Velden unter ihrer feinsinnigen Dirigentin Corinna Nollenberger umrahmte mit symphonischer Blasmusik das Jubiläum. Adolf Götz besuchte zusammen mit Heinrich Grund, dem langjährigen Leiter der Stadtkapelle, das Konservatorium in Nürnberg und musizierte mit beiden Orchestern. Götz Reichel moderierte charmant, launig und mit viel Herz die Vortragsfolge mit zeitkritischen Hinweisen.

Mit einem Spanischen Tanz, op. 12/5 des Spätromantikers Moritz Moszkowski (1854-1925) eröffneten die 20 engagierten Spieler(innen) fulminant. Das hohe Niveau des seit 17 Jahren von Evelyn Borchard geleiteten Orchesters wurde hörbar in eleganten Läufen, homogenem Vortrag und Echo-Dynamik. Götz Reichel begrüßte auch Landratsstellvertreter Norbert Reh, Enrico Popp vom Deutschen Harmonika Verband, die Bürgermeister Robert Ilg, Bruno Schmidt, Reinhard Weih und Herbert Seitz sowie Claudia Höllerl vom Harmonika Orchester Hersbruck.

Robert Ilg anerkannte den Fleiß und die Arbeit der sechs Jahrzehnte. An Norbert Raab übergab er zwei Schecks zum Jubiläum. Auch Landratsstellvertreter Norbert Reh gratulierte mit einer Spende. Ein schwungvoller Walzer des russischen Komponisten Peter Tschaikowsky erklang in delikatem Vortrag und gelungenen agogischen Überleitungen, wobei die jeweiligen Stimmen das Thema übernahmen.

Der Männerchor der Sängervereinigung Reichenschwand unter Karola Klinger-Summerer bereicherte mit einem rhythmisch präzisen Volkslied, einem Capriccio von Peter Tschaikowsky, in dem italienische Folklore feinsinnig erklang. Eine exzellente Leistung der Laiensänger! Zum Höhepunkt geriet die Kantate „Auf Matrosen ohe“, arrangiert von Adolf Götz für Chor und Orchester. Bekannte Seemannslieder wie „Wir lieben die Stürme“ in schwerwütigem Moll und fröhlichem Dur, dazu kunstvolle Akkordeon-Überleitungen mit punktgenauen Einsätzen des Chors wurden mit Riesenapplaus belohnt.

Mit Jazz und Swing vom Feinsten brillierte das Orchester. Klangvoll die Erkennungsmelodie „Take the A-Train“ von Billy Strayhorn vom Duke Ellington-Orchester. Der besinnliche Song „Yesterday“ von John Lennon/Paul McCartney schmeichelte sich ins Ohr der Zuhörer. Original verkleidet dirigierte Evelyn Borchard den Casanova „Gigolo“ mit einem Konfetti versprühenden geplatzten Luftballon. Der Gag kam voll beim Publikum an.

Danach sorgte die Stadtkapelle Velden für erlesenen Hörgenuss. Corinna Nollenberger versteht es, das bereits hohe Niveau noch zu verfeinern. So gelang 2012 die Aufnahme einer eigenen CD. Das moderne Werk „Triumphal Prelude“ stand als furios dissonanter Auftakt in ausgewogener Bläserkultur mit Klarinetten, Piccolo-Flöten und Posaunen. Die viersätzige „Second Suite in F“ des Engländers Gustav Holst ließ durch prächtigen Bläsersound, resolute Passagen und einer Fantasie in feinem Piano (für Bläser sehr schwierig) aufhorchen.

Bei einer aufregenden Reise „In 80 Tagen um die Welt“ brillierten Klarinetten, Posaunen, Hörner und Saxofone - Dramatik bei aufheulenden Klängen, vorwärts drängender Rhythmik bei Staccato-Begleitung. Gelungene Überleitungen ließen eine Melodienvielfalt erblühen. Bei „Buenaventura“ von Steve Hodges genoss man verträumte südländische Weisen mit Glockenspiel und Djembe. Ein rhythmisch anfeuernder „Catrina Samba“ ließ die Bandbreite der Stadtkapelle erkennen. Dem Riesenapplaus folgten je eine Zugabe von beiden Orchestern, Blumen und Präsente für die Dirigentinnen und den Moderator.




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