Musikalische Sommerreise nach Afrika
HERSBRUCK - In einem vielseitigen, nahtlos verlaufendem Sommerkonzert aller Ensembles übertraf das PPG in hohem Niveau das ihm kürzlich verliehene Prädikat „Musisches Gymnasium“. Exzellente Darbietungen entführten die begeisterten Zuhörer in der brechend vollen schwülwarmen Turnhalle nach „Afrika“, das in seinen Liedern, Songs und Instrumentalstücken emotionale Einblicke in das Leben der von Dürre, Hungersnot und Bürgerkrieg geplagten Einwohner gab.
Die von den Musiklehrern Birgit Rösch (Vokal-Ensemble, großer Chor und Kammerchor), Michael Bräuer (Schulorchester, Unterstufenchor und Instrumentalsolisten) und Alexander Rauh (Big Band) einstudierten Vorträge ließen eine gründliche Arbeit im Fach Musik erkennen. Glänzend moderierte Josua Besmens mit Tropenhut charmant, eloquent und launig - öfter mit dem scheidenden Schulleiter Georg Fleischer bissig frotzelnd, den er aber doch nicht in die Wüste schickte - die gelungenen Vorträge.
Die Big Band unter ihrem dynamischen Leiter Alexander Rauh führte im jazzigen Beatrhythmus „Caravan“ in scharfen Akzenten, herrlichen Trompeten- und Saxofonsoli eingebettet im Soundtrack nach „Tunisia“ in fetzigen Ryhthmen, einer Frage- und Antwortspielweise. Mit Franz Pfeiffer an der Djembe (bekam Sonderapplaus), swingend und wiegend sauber intoniert erklang ein „Afro Blue“. Den engagierten Bläsern gelang es, die Zuhörer zu begeistern, die spontan den Takt mitklatschten. Birgit Rösch führte beschwörend die unterschiedlich gestimmten Schüler des großen Schulchors auf erstaunliche Weise zu hoher Konzentration. So gelangen in homogenem Klang, transparenten Stimmen, feiner Dynamik, gut artikuliert und präzisen Einsätzen die vokalen Silben der afrikanischen Lieder. Ergreifend: „Homeless“, emotional: ein „Wiegenlied“, anfeuernd: das alte Auto und der „Kongoboatsong“. Auch geistliche Lieder „Alleluja“ und „Siahamba“ verrieten eine tiefe Religiosität, feinsinnig gestaltet. Eine Rhythmusgruppe, Alexander Rauh und Gordon Bär (Piano), unterstützte den Chor.
Michael Bräuer präsentierte den mit hoher Singfreude aufgeweckten Unterstufenchor, mit dem markanten Marschlied „Waka, waka“ von der Fußball-WM 2010, sowie temperamentvoll zwei Kinderlieder. Ein großes Schulorchester mit vorzüglichen Geigenspielern ließ drei Stücke aus „The Lion King“ gut strukturiert, intonationssicher, tonschön und homogen erklingen. Kontrabass und Celli (Ulf Geer) sicherten das Fundament. Ein delikater Abschluss gelang dem Instrumental-Ensemble unter Michael Bräuer (Continuo E-Piano) mit der leichtfüßig, anmutig und spritzig musizierten Ouvertüre „Die Italienerin in Algier“ von Gioachino Rossini. Orchestrale Klangfülle und herrliche Violinsoli faszinierten.
Stürmischer Applaus für alle Mitwirkenden, Georg Fleischer dankte den Schülern für ihren Einsatz (sie bekamen zwei Stunden schulfrei). Er lobte die Musiklehrkräfte, besonders Birgit Rösch. Sie und die Elternbeiratsvorsitzende Angelika Pflaum erhielten Blumen, die Musiklehrer „Flüssiges“. Der Dank galt auch dem Moderator, Gordon Bär und Michael Vollmuth-Lindenthal.


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