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Kultur DB
25.01.12 14:20 Uhr

Vielversprechender Vorgeschmack auf „Aida“

Von: Der Bote

Beim Interview gab es mitunter viel zu lachen über lustige Fragen und humorvolle Antworten. Fotos: Spandler
Beim Interview gab es mitunter viel zu lachen über lustige Fragen und humorvolle Antworten. Fotos: Spandler
Die passende Begleitung lieferten Walter Hruby (am Piano) und Chor und Orchester der Schule.
Die passende Begleitung lieferten Walter Hruby (am Piano) und Chor und Orchester der Schule.
„Aida“ und „Radames“ bei ihrem Duett.
„Aida“ und „Radames“ bei ihrem Duett.

Auf den 2. Mai freuen sich viele Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Altdorf ganz besonders. Dann dürfen sie nämlich im Rahmen des Unterrichts nach Nürnberg fahren und sich an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Uni Erlangen-Nürnberg das Musical „Aida“ von Elton John ansehen, das dort von Studierenden der Hochschule aufgeführt wird. Die Verbindungen, die nötig sind, um in diesen Genuss zu kommen, hat Lehrer Walter Hruby, über die Grenzen von Altdorf hinaus bekannter Schulchor- und Schulorchesterleiter, der zwei der mitwirkenden Lehramtsstudentinnen in einem Praktikum an der Schule betreut. Damit die Schüler sich auch vorstellen können, was sie auf der großen Bühne in Nürnberg erwartet, wurde ihnen das Musical von den fünf Hauptdarstellern schon mal in Altdorf in Auszügen präsentiert. Schulchor und -orchester spielten dabei eine wichtige Rolle.

ALTDORF – Die Schulmusiker stimmten, noch gänzlich ohne Unterstützung der Erwachsenen – mit Ausnahme von Walter Hruby am Piano und Ex-Schulleiter Gerhard Schnell im Orchester –, auf das Thema ein. Rektor Jörg Baldamus wies darauf hin, dass die in der Aula versammelten Schüler und Lehrkräfte zu einer „sneak review“ geladen seien, also zu einer Vorpremiere, die normalerweise nur ausgewähltes Publikum erleben darf, bevor der offizielle Start eines Films, Musicals oder Theaterstücks stattfindet. Außerdem erklärte er, dass die Schule zu Recht stolz sein dürfe auf das, was in Zusammenarbeit von Chor und Orchester mit der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät und der Musikhochschule geleistet werde. Manager Hruby, der zusammen mit den beiden Praktikantinnen unter den Darstellern, Lisa-Marie Heindl und Katharina Ullmann, die Idee entwickelte, Teile des Musicals in diesem Rahmen in der Schule zu zeigen, stellte die Mitwirkenden vor, die alle ohne Gage und in ihrer Freizeit an der Aufführung des Stücks mitarbeiten.

Im zweijährigen Turnus

Seit einiger Zeit wird an der Fakultät in zweijährigem Turnus ein Musical aufgeführt, dessen Darsteller ausschließlich Studentinnen und Studenten sind. Dieses Jahr hat Professor Dr. Wolfgang Pfeiffer von der Musikpädagogischen Fakultät der Uni das Musical „Aida“ ausgewählt, für das die Darsteller im Herbst bei einem Casting ausgesucht wurden.

Beim Plot des Musicals handelt es sich um eine klassische Dreiecksgeschichte, bei der im alten Ägypten der Pharao (Katharina Ullmann) den Heerführer Radames (Sven Wackershauser) auserwählt hat, seine Tochter Amneris (Carina Schwertner) zu heiraten. Nehebka (Lisa-Marie Heindl) ist eine Vertreterin des nubischen Volkes, das von den Ägyptern bekämpft wird. Radames verliebt sich im Laufe der Geschichte in die nubische Sklavin Aida (Anne Stabe) und steht nun zwischen zwei Frauen.

Bevor Katharina Ullmann dem Publikum den Inhalt des Musicals mit einem Beamer anschaulich erklärt, singt Carina Schwertner einen Song in ihrer Rolle als Amneris, wobei sie sich von Schulband und -orchester begleiten lässt, obwohl man das Stück noch nie gemeinsam geprobt hat. Doch die Semi-Profis meistern das Lied wunderbar, ebenso wie anschließend Anne Stabe und Sven Wackershauser ihr Duett als Aida und Radames, die sich ihrer Liebe bewusst werden, aber auch der damit verbundenen Schwierigkeiten. Ebenso wie die anderen Sänger und Sängerinnen erstaunen die beiden mit großer Stimmgewalt und professionellem schauspielerischem Ausdruck.Den in der Mittelschulaula versammelten Schülern ist die Spannung und auch die Neugier auf den weiteren Verlauf des Stücks anzumerken. Heftiger Applaus quittiert die großartige Leistung der jungen Künstler. Doch die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule sind nicht nur zum Vergnügen vom Regelunterricht befreit.

Gut vorbereitet

Sie haben sich im Vorfeld mit dem Musical und der Thematik beschäftigt, Referate gehalten und sich auf die „sneak review“ vorbereitet, indem sie sich Fragen an die Darsteller überlegt haben.

So folgt ein Interview mit vier jugendlichen Reportern, die ihre Neugier in zahlreiche Fragen an die fünf Lehramtsstudenten gekleidet haben:

Wie lange machen Sie schon Musik?

Wie alt sind Sie?

Werden Sie von den Eltern unterstützt?

Was mussten Sie beim Casting machen?

Ist schon jemand mal etwas Peinliches bei den Proben passiert?

Finden Sie es schön, wenn die Presse Ihnen die ganze Zeit hinterherläuft?

So lauten einige der Fragen, die die Fünft- bis Zehntklässler von den Musical-Darstellern wissen wollen. Und teils unter erfrischendem Gelächter erfahren sie, dass alle schon in der Kindheit Musik gemacht haben, von ihren Eltern unterstützt werden, dass sie beim Casting vorsprechen, -tanzen und -singen mussten und dass es schon einmal einen Lachanfall von zwei Schauspielern gegeben hat, so dass die Proben tatsächlich eine Weile blockiert waren.

Allerdings erklären die jungen Künstler den Schülern auch, dass sie (noch) nicht so bekannt seien, als dass sie auf Schritt und Tritt von Reportern verfolgt werden.

Problemlos gemeistert

Nicht nur die Interviewer, auch die Studenten meistern die Situation problemlos, geben einen erhellenden Einblick in ihr halb-professionelles Künstlerleben, wie sie zur Musik und speziell an die Aida-Rollen gekommen sind und beenden die Fragerunde mit dem pädagogisch motivierten Appell an die Schüler, ordentlich zu lernen und sich unbedingt mit Musik zu beschäftigen.

Nach einem weiteren Song aus „Aida“, der von den künftigen Musical-Stars und den Schülern im Wechsel vorgetragen wird, gibt es kleine Geschenke sowie viel Lob und Applaus für diese Musikstunde der besonderen Art.

GISA SPANDLER




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