Turba stellte das Programm des PZ-Kulturraums vor

Geschichten von Lauf bis nach Afrika

90 und kein bisschen leise: Hans Heyder (hier im Gespräch mit Rainer Turba) erzählt seine Laufer Geschichten heute Abend im PZ-Kulturraum. | Foto: Braun2017/01/turba-stellt-vor-hans-heyder-tib1.jpg

LAUF — Ob Musik, Kabarett, Laufer Geschichten oder Reiseberichte aus aller Welt – das Programm im PZ-Kulturraum startet auch 2017 bunt. Das zeigte die jüngste Ausgabe von „Turba stellt vor“.

Auch wenn Rainer Turba die Gäste gleich zu Beginn seiner Talkshow ein wenig enttäuschen musste – sein geplanter Talkgast für diesen Abend, der in Lauf allseits bekannte „Glühwein-Toni“, hatte kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen –, langweilig wurde es trotzdem nicht. Denn der Macher des Kulturraums hatte in seine Vorschau auf das Programm der kommenden Woche viele Ankündigungen gepackt und auch ansonsten recht illustre Talkgäste eingeladen, die das Publikum bestens unterhielten.

Allen voran der inzwischen 90-jährige Hans Heyder. Der kann (und wird) mit seinen Geschichten aus seiner Jugend in Lauf ganze Abende füllen. Bereits drei Termine sind dafür im PZ-Kulturraum angesetzt. Der erste bereits heute Abend ab 19 Uhr, die weiteren am 15. Februar und 15. März.

Weil das Laufer Archiv bei Heyders Vorträgen regelmäßig aus allen Nähten platzte, hatte Stadtarchivarin Ina Schönwald den Kulturraum als Ausweichsort angefragt. Rainer Turba nahm Heyder gerne auf – schließlich hat das Laufer Original jede Menge spannender, lustiger und interessanter Anekdoten aus dem frühen 20. Jahrhundert zu berichten: zum Beispiel über die ehemalige Holzbrücke in der Eichenhainstraße, über bekannte Laufer Persönlichkeiten wie den „Gänsgrong“ oder von den Streichen, die er und seine Brüder den Laufern früher gespielt haben.

Vor allem die älteren  Besucher werden sich an ihre eigene Jugend erinnert fühlen, aber auch die Jüngeren dürften Heyders urkomische, fränkische Erzählungen zum Schmunzeln bringen und einiges über die Stadtgeschichte lehren.

Stadtbekannt ist auch Sabine Raile, die vor 25 Jahren das Laufer Märchenzentrum „Dornrosen“ gründete. Ein Viertel Jahrhundert lang hielt die ausgebildete Märchenerzählerin Seminare für Märchenerzähler aus ganz Deutschland ab und lockte mit den „Laufer Märchentagen“ ein großes Publikum aus der ganzen Region in die Kreisstadt. Doch diese Zeiten sind nun vorbei. Der Verein löst sich im Jubiläumsjahr auf.

„Die Mitglieder werden immer älter und die Jungen haben so viel zu tun, dass sie sich nicht auch noch darum kümmern können“, sagt Raile wehmütig. Außerdem habe es immer wieder Probleme mit der Suche nach Veranstaltungsräumen gegeben. So bekamen die Märchenerzähler keine Genehmigung für Vorstellungen in der Kaiserburg, dafür konnten sie lange die Räume des Eckert‘schen Kindergartens nutzen.

Sabine Raile macht nach 25 Jahren Märchenerzählen Schluss.
Sabine Raile macht nach 25 Jahren Märchenerzählen Schluss. | Foto: Braun2017/01/turba-stellt-vor-raille-sabine.jpg

Viele tolle Menschen habe sie in dieser Zeit kennen gelernt, sagt Raile. Unter anderem einen Narkosearzt, der sich von ihr zum Märchenerzähler ausbilden ließ, um seinen kleinen Patienten das Einschlafen zu erleichtern. Solche Erlebnisse, die eigene Freude am Märchenerzählen  und die leuchtenden Augen der Kinder seien die schönste Belohnung gewesen. Die letzte Vorstellung geben die Märchenerzähler beim Jubiläumsfest am 4. Februar in der Stadtbücherei.

Doch es wurde nicht nur geredet bei Turbas Vorstellungsrunde, auch musikalisch kam das Publikum auf seine Kosten: Neben dem Rock- und Pop-Chor der Musikschule Altdorf, der unter anderem mit „Masterpiece“ von Jessie J oder „Stiches“ von Shawn Mendes überzeugte, standen die „Akustik-Kusinen“ auf der Bühne. Alice Ruff und Vanessa Landrock gaben mit ihren Interpretationen des Chansons „Je veux“ von Zaz und „I see fire“ von Ed Sheeran eine Kostprobe auf ihr Konzert am 28. Januar im Kulturraum.

Musikalisch wird es außerdem mit dem Vintage-Programm der „Tonic Sisters“ (4.2. ausverkauft) sowie dem Musikkabarett von „Streckenbach und Köhler“ (16.2.) und den „PrimaTonnen“ (24.2.).

Aus der Reihe der beliebten Reisevorträge im PZ-Kulturraum entführt Matthias Gößmann in den Norden Namibias (11.2.) und Klaus Fleischmann nach Vietnam (19.2.). Der Erlanger Torsten Hans zeigt in seiner Multivisionsshow am 25. Februar wie er in zehn Monaten mit dem Motorrad von Erlangen bis nach Kapstadt fuhr. Und „Dauerbrenner“ Walter Költsch ist mit seiner Fahrradreise nach Russland unter dem Titel „Eiskalt“ gleich mehrfach zu Gast.

Außerdem spricht PZ-Redakteurin Tina Braun am 2. Februar über ihren Selbstversuch „Mein Monat ohne“, bei dem sie ein Jahr lang jeden Monat auf etwas anderes verzichtete.

N-Land Tina Braun
Tina Braun
Tag-des-Bieres