Stadt macht sich Gedanken über Kulturprogramm

Galanacht als Auftakt für die Hersbrucker Geru-Halle

Adam Rafferty wird die Finger fliegen lassen.
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HERSBRUCK – Lange hat die Stadt darauf gewartet, am 13. Februar ist es endlich so
weit: Die Geru-Halle im Kinderkomptenzzentrum, die an diesem Abend um 19 Uhr mit einer großen Festivalnacht ihrer Bestimmung übergeben wird, ist dann das neue Aushängeschild Hersbrucks für kulturelle Veranstaltungen. Daher werden auch Konzerte des Gitarrenfestivals im Sommer in der Mehrzweckhalle ihren Platz finden. Und was noch?

„Die Anfragen von Vereinen, Organisationen und sogar aus der Wirtschaft für eine Nutzung häufen sich“, berichtet Bürgermeister Robert Ilg. Unter der Woche will die Stadt die Halle nicht übermäßig strapazieren, denn da ist sie für den Sport gedacht. „Es ist genau das, was Hersbruck gefehlt hat“, haben Ilg, BürgerBüro-Leiter Christof Rothkegel und Festival-Organisatorin Cornelia Stötzner den Eindruck aufgrund des großen Interesses.

Den Premierenplatz auf der Veranstaltungsliste hat die Festival-Galanacht am 13. Februar um 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Unter dem Motto „Johannes Tonio Kreusch & Friends“ gestaltet der künstlerische Leiter des Internationalen Gitarrenfestivals in Hersbruck einen „vielsaitigen“ Abend mit hochkarätigen Künstlern. Während Gitarrist Carlos Barbosa Lima mit seinen eigenen Bearbeitungen von Jazz- und Brazil-Klassikern brasilianisches Flair verbreiten wird, lässt Adam Rafferty aus New York die Finger beim „Stylen“ fliegen und bringt dabei mit Michael Jackson- oder Beatles-Songs Schwung in die Geru-Halle.

Diese soll dabei in Sachen Akustik glänzen. Während der Baumaßnahmen war Kreusch wiederholt mit Bürgermeister Ilg und auch mit Stadtbaumeister Lothar Grimm vor Ort: „Dabei hatten wir natürlich besonders die Raumakustik im Fokus.“ Für den perfekten Sound sorgen unsichtbare Aufbauten und Holzlamellen. Doch nicht nur mit den Ohren werden die maximal 550 Besucher – auf diese Zahl ist die Lüftung ausgerichtet – genießen können, auch mit den Augen: Die abbaubare Bühne ist stützenfrei und von allen Seiten einsehbar, Licht- und Tontraversen gleiten dank vier Motoren sanft von der Hallendecke hinunter. Und dabei verliert der Bau laut Kreusch nicht an Flair: „Gerade im Sommer können in den Pausen auch die Außenanlagen genutzt werden. Und auch die Größe entspricht unserer Festivalidee, ganz nah an den großen Künstlern dran sein zu können.“

Mit all dem wird die Halle beim Auftritt des CCK-Trios in einen Jazz-Club verwandelt, denn Pianist Cornelius Claudio Kreusch, Jens Loh am Bass und Patrick Manzecchi am Schlagzeug gehören ebenfalls zum Galaprogramm. Nicht fehlen darf an diesem Abend Johannes Tonio Kreusch. Zusammen mit seiner Frau, der Geigerin Doris Orsan, entführt er das Publikum in die verruchte Welt des argentinischen Tango: „Ich selbst werde im Duo zusammen mit meiner Frau Doris Orsan an der Geige die bekannte „L´Histoire du Tango“ (Geschichte des Tangos) des argentinischen Tango-Großmeisters Astor Piazzolla aufführen.“ Die konzertante Einweihung der Geru-Halle wird mit diesem ungewöhnlichen und kurzweiligen Abend lange in Erinnerung bleiben, ist sich Kreusch schon jetzt sicher.

Und was kommt nach diesem musikalischen Erlebnis? Johannes Tonio Kreusch hätte gegen noch mehr Kulturveranstaltungen nichts einzuwenden, denkt aber, dass sich die neue Mehrzweckhalle für Veranstaltungen jeglicher Art eignet: „Es ist großartig, dass es jetzt einen vielseitig nutzbaren Veranstaltungsort in Hersbruck gibt, in dem von Schulsport bis zu hochkarätigen Konzerten vieles stattfinden kann.“

Auch Karlheinz Wölfel, der Verwaltungschef der Stadt, verweist auf die Vielfalt: „Die schulische Nutzung steht an erster Stelle. Dann kommen die Wünsche der Vereine und zuletzt die Stadt mit dem Anliegen, die Halle als Veranstaltungsort zu nutzen.“ Keinen Hehl macht er daraus, dass aktuell Gespräche mit Sponsoren für städtische Events und eigenwirtschaftlichen Veranstaltern laufen, um Kunst und Kultur in dem Bau zu platzieren. „Momentan sind wir noch in einer Findungsphase.“ Fixpunkt des Kulturprogramms ist das Gitarrenfestival im August. Neben diesem „Anker“, so Wölfel, wird die Halle auch Bürgerversammlungen beherbergen – und sicher weitere tolle Abende, wie die Festivalnacht.

Karten für 28 Euro (ermäßigt für Kinder, Schüler, Studenten und Schwerbehinderte auf 24 Euro) gibt es im BürgerBüro der Stadt Hersbruck. Informationen auch unter www.hersbruck.de und telefonisch unter 09151/735414.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch
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