Der zweite Band der Dadord-Frangn-Serie erscheint

Ermittler wird Wiederholungstäter

So sieht er aus, der neue Band von „Dadord Frangn“. Stolz präsentieren Julia Seuser und Roland Geisler das Plakat ihrer ersten Koproduktion. Foto: Spandler2015/08/geisler_und_seuser.jpg

NÜRNBERGER LAND – Er hat wieder zugeschlagen: Nicht der Täter, sondern der Autor, der generalstabsmäßig vor zwei Jahren eine Regio-Krimi-Serie plante, nichts dem Zufall überließ und dann nach seinem ersten Band „Massa Confusa und der Tote am Pulversee“ vom Erfolg überrannt wurde. Roland Geisler, gebürtiger Schwarzenbrucker und mit allen Wassern des Profi-Ermittlers gewaschen, hat seinen zweiten Franken-Krimi der Reihe „Dadord Frangn“ fertig. Als E-Book ist er bereits herunterzuladen, als gebundenes Druckwerk wird er Ende nächster Woche ausgeliefert.

Man merkt dem Verfasser seine Euphorie an. Nicht ein „Franken-Kriminalroman“, sondern ein „Franken-Thriller“ sei die neue Detektivgeschichte geworden, die mit ihren 368 Seiten noch 100 Seiten länger ist als das Erstlingswerk. „Retributionem – Auge um Auge, Zahn um Zahn“ lautet der Titel des zweiten Bands, der offiziell ab 1. September in die Buchhandlungen kommt, bei der Buchhandlung Kuhn in Feucht und bei Thalia in Nürnberg schon am 29. August. Dass Geisler glaubt, dieses Buch übertreffe das erste noch, was Inhalt, Unterhaltung, Action und Hintergrundplot angeht, liegt auch an seiner neuen Ko-Autorin Julia Seuser. „Der Spannungsbogen wird gehalten bis zum Schluss“, verspricht er und weiß, dass er das zum großen Teil eben der freiberuflichen Redakteurin, Lektorin und Autorin Seuser zu verdanken hat. Die 36-Jährige stieg in das „Dadord-Frangn-Business“ ein, nachdem sich seine bisherige Mitarbeiterin Sina Vogt aus Zeitmangel zurückzog. „Und sie ist ein Glücksfall für mich“, lobt Geisler diese Zusammenarbeit. Aus vielerlei Gründen profitiert er von der neuen Fachfrau stärker: Sie ist als Texterin und Lektorin prädestiniert für den Aufbau einer spannenden Geschichte, sie hat in verschiedenen literarischen Bereichen Erfahrung, sie liebt Krimis und ist nicht zuletzt Fränkin.

Während Sina Vogt nur am Feinschliff des Textes arbeitete, bringt sich Seuser viel stärker in die Arbeit ein. Da kam es schon mal vor, dass sie, nachdem der Roman in der Rohfassung von Geisler vorlag, Einwände erhob und vorschlug, bestimmte Sequenzen anders anzuordnen, um nicht vorab zu viel zu verraten oder die Spannungskurve zu unterbrechen. „Wir ergänzen uns da hervorragend“, findet auch Julia Seuser. Und spielt damit auf Geislers Insider-Wissen an, denn der war nach einer Karriere als Zollfahnder auch im Ermittlungsreferat des Generalbundesanwalts in Köln aktiv und spürte bei der Terrorismusbekämpfung den Gangstern europaweit hinterher. Das ist ein Pfund mit dem ein Krimi-Autor ganz schön wuchern kann.

Authentizität als Trumpf

„Manchmal haben wir seinen sachlichen und schlüssigen Stil beibehalten um der Authentizität willen, damit der Leser auch etwas über die tatsächliche Arbeit der Fahnder erfährt.“ Denn diese Glaubwürdigkeit bei den Ermittlungsarbeiten ist genau das, was die Arbeiten des 55-jährigen Geisler von den landläufigen Regionalkrimis unterscheidet, wie viele Fachleute, die den ersten Band gelesen haben, bestätigen und ausnahmslos loben. „An anderen Stellen aber habe ich eingegriffen und die Schreibe romanhafter und unterhaltsamer gestaltet“, erzählt Seuser. Auch mehr Humor findet sich dort und über den sympathischen Protagonisten, den Kriminaler Schorsch Bachmeyer, erfahren die Leser auch noch einiges.

Noch bevor der Leser überhaupt ein Wörtchen zum neuen Exemplar sagen konnte, versichern die beiden schon, dass sie auch den dritten Band wieder gemeinsam verfassen wollen. Auch der soll sich wieder an einer wahren Begebenheit orientieren, soll ein fachsprachliches Glossar enthalten und will nebenbei den Lesern die fränkische Gemütlichkeit mit einigen kulinarischen Geheimtipps näherbringen. Denn idealerweise wird der Krimi ja auch außerhalb Frankens gelesen …

Und worum geht es nun im „Dadord Frangn“ Band 2, für den Geisler wieder ein Jahr recherchiert und den er dann ziemlich zügig („manchmal acht Stunden am Tag“) geschrieben hat? Geisler und Seuser geben sich begreiflicherweise zugeknöpft. Nur soviel: Die fiktive Handlung ist eine Mordserie, die sich 2011 ereignet. Schorsch Bachmeyer findet heraus, dass es sich bei den Opfern um Mitglieder von Familien ehemaliger Nazi-Schergen handelt. Eine ganz und gar nicht mehr fiktive Rolle spielt hierbei eine ehemalige jüdische Terror-Organisation, die 1945 in Franken versucht hat, Millionen Menschen umzubringen und die – nun wieder fiktiv – jetzt wieder fröhliche Urstände feiert.

Herausgekommen ist „eine gute Mischung aus fiktiver Story mit historischem Hintergrund und einer gehörigen Portion Authentizität“, findet Julia Seuser.

Wie bei allen Regio-Romanen nimmt das Lokalkolorit einen wichtigen Platz ein. Die Handlung spielt aber nicht allein in Mittel- und Oberfranken, sondern auch auf Malta und in der Schweiz.

Eine gute Gelegenheit, finden die beiden Autoren, zu zeigen, wie die länderübergreifende Ermittlungsarbeit funktioniert, die Roland Geisler ja im wirklichen Leben lange genug praktiziert hat.

Auch für diesen zweiten Band sind wieder zahlreiche Lesungen geplant, denn nach dem Erscheinen von „Massa Confusa“, dem im Winter 2014/15 meist verkauften Buch bei Thalia, kamen die Leseproben vor Publikum besonders gut an.

Roland Geisler und Julia Seuser, Dadord Frangn Band 2: Retributionem – Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ein Franken-Thriller, Dadord-Frangn-Verlag, 2015.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler