Komödie „Der letzte der feurigen Liebhaber“ in Röthenbach

Die Tücken des Seitensprungs

Ein Seitensprung ist gar nicht so leicht, denn die Damen haben alle so ihre Besonderheiten. | Foto: Brinek2017/02/FeurigerrLiebhaber.jpg

RÖTHENBACH — Die Erwartungen des Publikums waren groß, denn die Komödie „Der letzte der feurigen Liebhaber“ des amerikanischen Unterhaltungs-Großmeisters Neil Simon stand in der Karl-Diehl-Halle auf dem Programm. Mit dem unter anderem als TV-Fahnder bekannten Martin Lindow und seinen Partnerinnen Marie Anna Suttner und Sabine Kaack, die eine Doppelrolle spielte, waren die Partien prominent besetzt. 

Das von dem Regisseur Ulrich Stark inszenierte Stück handelt von dem New Yorker Fischrestaurantbesitzer Barney, der es nach 23-jähriger monogamer Ehe noch einmal wissen will. Doch das ist leichter gesagt als getan. Kandidatin Nummer 1 Elaine (Sabine Kaack) erweist sich zwar als durchaus willig, aber für den reichlich aus der Übung gekommenen Barney (Martin Lindow) doch eher zu forsch. Auch die neurotische Schauspielerin Bobbi (Marie Anna Suttner) kann ihn nur zu einem Joint verführen.

Noch schlimmer wird es mit Jeanette (wieder Sabine Kaack), die sich beim Tête-à-Tête als abgrundtief deprimiertes Frauenzimmer präsentiert und damit alle Gelüste mit Füßen tritt. Naturgemäß ergeben sich bei derlei Konstellationen köstliche, intelligente und sehr oft spitzzüngige Dialoge. Das Stück wurde 1969 in New York uraufgeführt. Es hat bis heute nichts von seiner Nähe zur menschlichen Unzulänglichkeit verloren.

Martin Lindow verkörpert Barney so glaubwürdig, als wäre ihm die Rolle auf den Leib geschneidert. Seine Pointen sitzen und seine linkischen Verführungskünste sind köstlich. Er umgarnt die Damen, um aber immer wieder zurückzuweichen, wenn es ernst wird. Selbstkritisch schilt er sich dann: „Oh Mann, das habe ich total vermasselt“. 

Seine beiden Partnerinnen geben tüchtig Zunder. Sabine Kaack verkörpert die Rolle der sexhungrigen Alkoholikerin Elaine ebenso überzeugend wie die der schwer depressiven und unnahbaren Jeanette. Zwischen diesen beiden sorgt Marie Anna Suttner als kiffende Nachtclubsängerin Bobbi für Leben und Turbulenzen auf der Bühne, beim Publikum.

Bei Gesprächen in der Pause entsteht der Eindruck, dass die Komödie nicht alle Besucher restlos überzeugt.

Die schnell gesprochenen Dialoge sind wegen der teilweise zu geringen Lautstärke für einige der fast 500 Besucher schwer zu verstehen. Deswegen fällt das Urteil sehr unterschiedlich aus. 

Die Bewertungen reichen von hektisch bis langweilig, viele finden das Stück auch interessant und amüsant.  Alle aber bewundern die Schauspieler für ihre großartige Darbietung.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek
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