Fahren in den Ferien lernen?
Die Hersbrucker Straßen sind momentan wie ausgestorben - typisch für die Ferienzeit. Umso auffälliger sind die Fahrschulautos, die tagaus tagein durch Hersbruck rollen. Ist die Sommerpause die günstigste Gelegenheit Autofahren zu lernen und welche Vorteile hat der Ferienführerschein? Die HZ fragte bei den beiden Fahrschullehrern Heiko und Holger Hense von der Ferienfahrschule Hense nach.
Was ist eine Ferienfahrschule?
Heiko Hense: Es handelt sich um eine Intensivausbildung. Die Fahrschüler, die einen Führerschein machen wollen, egal ob Motorrad- oder Autoklassen, sollen in spätestens zwei Wochen den Schein mit nach Hause nehmen können. Wichtig ist, dass die Leute bei der Sache bleiben können. Die Schüler haben einen kompletten Terminplan, von frühmorgens bis nachmittags. Sie sind fast den ganzen Tag in der Fahrschule.
Wie läuft die Ferienfahrschule aus Sicht eurer Fahrschüler ab?
Holger Hense: Die Schüler haben zwei Theoriestunden von jeweils 90 Minuten am Tag und fahren in der Regel täglich drei Stunden Auto. Am Ende der Ferienfahrschule hat jeder 14 Theoriestunden. Bei den Fahrstunden schwankt die Zahl dagegen erheblich. Manche schaffen es mit 16 Stunden, andere brauchen weit über 40 Stunden. In dem Fall wird auch manchmal noch eine Woche drangehängt. Die Prüfungen finden in der zweiten Woche statt.
Viele Schüler und Auszubildende machen ihren Führerschein in den Ferien. Warum?
Heiko Hense: Die Fahrschüler haben in den Ferien oder im Urlaub mehr Zeit sich auf den Führerschein zu konzentrieren und nehmen den Alltagsstress nicht mit in die Fahrschule. Außerdem ist der zeitliche Rahmen wesentlich kürzer. Wegen mehreren täglichen Unterrichtseinheiten und den vielen Wiederholungen wird ein höherer Lernerfolg erzielt. So werden weniger Fahrstunden benötigt und Kosten gespart.
Was bedeutet Ferienfahrschule konkret für Sie?
Holger Hense: Wir haben normalerweise sieben festangestellte Fahrlehrer. Durch die Ferienfahrschule sind unsere Kapazitäten derart ausgenutzt, dass wir durch Aushilfsfahrlehrer aufstocken müssen. Auch unsere Autos reichen nicht aus, deswegen leihen wir uns von einheimischen Autohändlern Wagen aus.
Heiko Hense: Von den knapp 140 Schülern, die wir zurzeit haben, kommen ungefähr 60 Prozent aus Amberg, Regensburg, Bayreuth oder aus Forchheim. Wir haben fünf Gästezimmer in der Fahrschule. Das ist natürlich zu wenig. Deswegen kümmern wir uns auch darum, dass die Fahrschüler in Pensionen unterkommen.
Rennen Ihnen jeden Sommer die Fahrschüler die Bude ein?
Holger Hense: Die Ferienfahrschule gibt es jetzt schon seit mehr als 40 Jahren und ist sehr erfolgreich. Alle Schulferien sind Hochphasen für uns, in denen pro Woche mindestens 25 Leute in die Prüfung gehen. Jedes Jahr werden es ungefähr zehn Prozent mehr. Wir hoffen, dass es in Zukunft auch so bleibt.
Interview: Carina Enhuber





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