PPGler befreien den Feilenbach

HARTMANNSHOF - Dem aufmerksamen Beobachter ist es nicht entgangen: Seit Oktober wurde am oberen Feilen(brunnen)bach bei Hartmannshof gebaut. Das P-Seminar Biologie des Paul-Pfinzing-Gymnasiums Hersbruck und die Gemeinde Pommelsbrunn haben dem Bach wieder seine natürliche Freiheit gegeben. Im Gasthof Vogel wurde das Projekt jetzt vorgestellt.
Amelie Volkert dankte zunächst im Namen des P-Seminars den zahlreichen Unterstützern des Projektes, darunter die Gemeinde und das Landratsamt. „Bäche haben heute oft nur noch die Funktion, Wasser zu beseitigen.“ Mit diesem Zitat lasse sich der Zustand vieler Bäche und Flüsse in Deutschland beschreiben, erklärte Studienrat Thomas Malkmus, der das Projekt betreute. Ufer wurden befestigt, Boden betoniert, Bachläufe begradigt. Mit der Hilfe von Karl-Friedrich Rauenbusch von der Unteren Naturschutzbehörde war mit dem oberen Teil des Feilen(brunnen)bachs bei Hartmannshof das Zielobjekt bald gefunden. Bei allen Institutionen, die es diesbezüglich um Zustimmung zu fragen galt, sei er auf offene Türen gestoßen, berichtete Malkmus.
Auch die Schüler ließen sich nicht lange bitten. Sina Schreiber und Katharina Königer erklärten als Vertreter des P-Seminars die Motivation für die Wahl dieses Seminars: Man wollte „Handfes tes“ vor Augen haben und etwas für die Umwelt tun. Im Februar 2011 zeigte Gernot Deinzer vom Wasserwirtschaftsamt Nürnberg zunächst in einem Vortrag Beispiele schon erfolgte Renaturierungsmaßnahmen und empfahl die Bachpatenschaft.
Die nächsten Arbeitsschritte waren dann die Dokumentation des Ist-Zustands. Mit Hilfe einer Tabelle wurde der Bach auf Strukturparameter wie Tiefen- und Strömungsvarianz, Ufer- und Bodenbeschaffenheit untersucht und mit Noten bewertet. Es hagelte Vieren und Fünfen erklärte Sina Schreiber: „Besonders gut war es um unseren Bach also nicht bestellt.“
Bei einer weiteren Ortsbegehung bestimmten die Schülerinnen und Schüler dann die Pflanzenarten am Bach und in der Wiese. „Dabei stellten wir fest, dass in der Wiese neben dem Bach zahlreiche Arten wie Brennnesseln wuchsen, die auf einer Feuchtwiese eigentlich gar nichts zu suchen haben“, berichtete Katharina Königer. „Das zeigte uns, dass diese Wiese eben keine Feuchtwiese mehr ist.“ Ursache dafür sei die früher erfolgte Umgestaltung des ehemaligen Wiesenbachs in einen Straßengraben gewesen, die nun rück gängig gemacht werden sollte.
Der wasserrechtliche Antrag wurde, unterstützt vom Landschaftsplanungsbüro Fiedler aus Lauf, im September genehmigt. Bereits kurze Zeit später hatte ein Bagger der Gemeinde das neue, kurvige Bachbett nach Vorgabe des Seminars ausgehoben. Mit Gummistiefeln und Schaufeln gaben die Schüler dem Bachbett dann seinen Feinschliff, flachten Ufer ab, bauten Steine und Wurzeln als Verstecke und Strömungsteiler ein und schleppten Schotter für einen abwechslungsreichen Untergrund.
Zahlreiche Bilder untermalten den Spaß und die Begeisterung der Schüler an dieser Schlammschlacht am Bach. Jetzt hoffen die Schüler, dass sich verschiedene Tier- und Pflanzenarten wieder in ihrem ursprünglichen Lebensraum einfinden - Köcherfliegen, Libellen, vielleicht auch Wasseramsel und Feuersalamander. Dies machten die Jugendlichen auch auf einer professionell gestalteten Schautafel deutlich, die vor der Kirche in Hartmannshof steht.
PPG-Schulleiter Georg Fleischer und Bürgermeister Jörg Fritsch ließen nach dem Vortrag unter dem Beifall der Zuschauer den Bach in sein neues Bett laufen: Kurve um Kurve, Stein über Stein, auf 60 Metern Länge.




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