Kette gegen das Vergessen

HERSBRUCK (jr) - Ein Mädchen reichte Ljubisa Letic eine Rose. Mit Tränen in den Augen hat der Überlebende des KZ Hersbruck die Blume am Gedenkstein beim Finanzamt niedergelegt - umringt von über 1000 Schülern, die zuvor eine Menschenkette um das einstige Außenlager gebildet hatten.
Die Jugendlichen aus allen Schulen der Citta Slow und auch aus Happurg zeigten mit ihrem Engagement, dass sie die besondere geschichtliche Verantwortung Hersbrucks wach halten wollen. Jeder hielt ein Plakat mit dem Namen eines Insassen des Außenlagers hoch.
Nach der Menschenkette strömten die Mädchen und Jungen zum Finanzamt. „Hier an diesem Ort oder auf dem Weg zum Stollen nach Happurg sind tausende Menschen ums Leben gekommen, für kleine Kommunen wie Hersbruck und Happurg eine unvorstellbar hohe Zahl“, sagte Bürgermeister Robert Ilg.
Robert Ilg erklärte den jungen Zuhörern, dass sie nicht die Schuld der Täter tragen sollen. Vielmehr geht es um die Verantwortung, dass solche Untaten wie im Dritten Reich nie wieder verübt werden. Der Bürgermeister sprach über aktuelle Ereignisse wie die aufflammende Judenfeindlichkeit, die Morde der rechten Thüringer Terrorzelle und die Diskussion um das NPD-Verbot.
Ehrengast der Veranstaltung war Ljubisa Letic. Robert Ilg zollte dem einstigen Hersbrucker KZ-Häftling aus Serbien Respekt, dass er die Energie aufbringt, den Ort für ihn so schrecklicher Erlebnisse zu besuchen. „Gut gesprochen“, lobte ein Schüler Ilgs Rede am Ende.
Ljubisa Letic sagte (übersetzt vom Engelthaler Bosiljko Markovic), dass er die Zeit im Außenlager mit Glück überstanden hat. Er gedachte derer, die dieses Glück nicht hatten. Die Teilnahme der vielen Jugendlichen an der Menschenkette wertete er als ermutigendes Zeichen. Für Idee und Organisation der Aktion ernteten Pfarrer Thomas Wrensch und der Dokuverein Anerkennung.




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