Ziegen im Anmarsch

NEUHAUS (fs) — In die Provence versetzt fühlen sich Wanderer, die von Neuhaus kommend nach Hammerschrot unterwegs sind: Ziegengemeckere und Glöckchenklang lassen Erinnerungen an den letzten Frankreichurlaub aufkommen. Grund dafür sind 30 Tiere des Finstermühler Ziegenzüchters Martin Winter, die hier zur Beweidung eingesetzt sind.
Die steilen Hanglagen rund um den Giedenfelsen wären selbst für geübte Landwirte mit der Motorsense zu mühsam und zu gefährlich. Auf Anordnung der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt sind hier jetzt weiße Burenziegen zur naturnahen Beweidung der Pflegeflächen im Einsatz. Zuerst muss allerdings ein Teil der Fläche von Winter abgemäht werden, damit er den transportablen Elektrozaun zur Begrenzung der Weide aufstellen kann. Erst dann treten die Ziegen in Aktion.
Finnen wollten Winters Tiere
Die Burenziegen sind reine Fleischziegen, bei denen die Muttertiere nur so viel Milch haben, um die Jungtiere ernähren zu können. Seit 2003 ist Martin Winter als Züchter dieser Rasse im Bayerischen Herdbuch eingetragen. Aus seinem Stall gingen bereits Tiere bis nach Finnland und in die Balkanstaaten. Selbst aus Australien waren schon Züchter in Finstermühle, um sich über diese Rasse zu informieren.
Neben den weißen Ziegen hat Winter aber auch eine vom Aussterben bedrohte, gescheckte Rasse aus dem österreichischen Rauristal im Einsatz. Für diese Tauernschecken ist Winter als einziger Züchter im Bayerischen Zuchtverband eingetragen. Zur Hüteunterstützung setzt der „Ziegerer“ auch zwei Hütehunde ein, die dafür bestens geeigneten Border Collies. Auf dem Hof im Neuhauser Ortsteil Finstermühle tummeln sich derzeit neun Welpen, für Nachwuchs ist also gesorgt.
Informationen gibt es im Internet auf www.burenzucht.winter.com




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