Keine Haifischflossen mehr in der Suppe
HAWAII/VELDEN (at) - Seit 1. Juli des Jahres ist auf Hawaii jeglicher Besitz von Haifischflossen verboten. Maßgeblich beteiligt an diesem weltweit einmaligen Gesetz, das so stark in den Haiflossen-Handel eingreift, ist Stefanie Brendl aus Velden. Die 44-Jährige kämpft seit Jahren mit ihrer Organisation „Shark Allies“ in der Pazifik-Region gegen das tödliche Image von Haien und bietet interessierten Inselbesuchern auf Oahu Hai-Besichtigungstouren an.
„Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes ist Hawaii nun das größte Haischutzgebiet der Erde“, freut sich Stefanie Brendl über diesen Erfolg. In Senator Clayton Hee, der die Gesetzesvorlage im Senat und House eingebracht hat, die dann von Governor Linda Lingle endgültig abgesegnet wurde, fand sie einen wichtigen Mitstreiter im Kampf gegen den Schutz der Haie.
„Jetzt ist in Hawaii nicht nur das Finning verboten, sondern auch rein jeder Besitz von Flossen. Ob roh, getrocknet, abgekocht oder sogar noch am Hai dran“, berichtet die engagierte Umweltschützerin. Durch diese „intelligente Gesetzesschrift“ dürfe nun im ganzen Inselstaat niemand mehr einen Hai fangen. Sobald man einen dieser Raubfische an Bord ziehe, sei dies bereits strafbar. Und die Prüfung und Durchführung des Gesetzes werde dadurch auch viel einfacher, betont die Veldenerin.
Fachleute gehen davon aus, dass jährlich rund 100 Millionen Haie nur wegen ihrer Flossen getötet werden. Weltweit verbreitet ist dabei das „Shark Finning“, das Abtrennen der Flossen am lebenden Hai und das anschließende „Entsorgen“ des dann flossenlosen Tieres im Meer. „Der Hai ist somit nicht mehr in der Lage zu schwimmen und verendet dadurch langsam und qualvoll durch Ersticken“, klagt Brendl an.
Hauptgrund für die Zunahme des „Finnings“ sei die immer stärker werdende Nachfrage, insbesondere durch den wachsenden Bedarf in China, etwa zur Herstellung von Haifischflossensuppe oder in der traditionellen Medizin. Nach Einschätzung von Spezialisten wird die weltweite Haipopulation innerhalb des nächsten Jahrzehntes kollabieren. Ein dramatischer Einfluss auf die jeweiligen Ökosysteme wird befürchtet.
„Wir hoffen, dass das Gesetz auch internationalen Einfluss hat. In Hongkong und Malaysia sind bereits Demonstrationen vor den Regierungsgebäuden geplant, in der die Übernahme unseres Gesetzes gefordert wird“, so Brendl. Als künftige Ratgeberin für Wild Aid, eine der größten Umweltorganisationen in den USA, arbeitet die gebürtige Veldenerin zudem an Projekten für Kalifornien, Kanada, verschiedene pazifische Inseln und China. Auch ein Engagement in Deutschland sei angedacht. Zudem hat die Online Ausgabe der Süddeutschen Zeitung ein Interview mit der Haitaucherin aus dem oberen Pegnitztal veröffentlicht.
Bei einer großen Pressekonferenz in Honolulu mit vielen Gästen anlässlich des Inkrafttretens des Gesetzes wurde Stefanie Brendl auch von bekannten Künstlern unterstützt, etwa der Hollywood Schauspielerin und Ex-Miss Hawaii Kelly Hu („X Men“ und „Scorpion“).
Zurzeit entsteht gerade eine Doku-Serie über die Arbeit von „Shark Allies“, in der unter anderem die letzten Monate bis zur Verabschiedung des Gesetzes festgehalten sind. Teil eins ist bereits zu sehen im Internet unter www.sharkallies.tv. Das Interview mit Stefanie Brendl ist unter www.sueddeutsche.de/leben zu finden. Einfach ins Suchfeld Stefanie Brendl eingeben.



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