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Kultur HZ
22.02.12 16:22 Uhr

Karriere-Start beim Realschul-Fasching

Von: Jürgen Ruppert

1 Kommentar(e)
Das Hersbrucker Sommerfestzelt war beim Auftritt von Powerlord letztes Jahr brechend voll, heuer gibt es eine Neuauflage. Foto: J. Ruppert

HERSBRUCK - Die Erfolgsgeschichte begann auf dem Faschingsball der Johannes-Scharrer-Realschule im Jahr 1992. Damals trat Powerlord erstmals vor Publikum auf. Heute elektrisiert die Coverband aus dem Hersbrucker Raum mit ihrem unverkennbaren harten Sound die Massen in Bierzelten, auf Bikertreffen und in 3000-Mann-Diskotheken.

Von der Urformation ist einzig Sänger und Gitarrist Uwe Mertel übrig geblieben. Wenn ein Mitglied die Gruppe verließ, dann nie im Streit, sondern aus beruflichen Gründen. Dafür kamen hinzu: Schlagzeuger Torsten Bökel, genannt Pneu und bandintern die treibende Kraft, Thomas „Jackson“ Morbitzer (Gitarre, Gesang), Bassist Marco „Ray“ Graetsch, Keyboarder „Angel“ und Ben Dümler (Gitarre, Gesang).

Die Bezeichnung Powerlord wählten die Gründer - damals ja Teenager - wegen des Klangs: eine Mischung aus Stärke, Macht und Coolness, ähnlich wie bei ihren musikalischen Vorbildern Metallica oder Rammstein. Realschullehrerin Helga Bock erklärte den Jugendlichen die Bedeutung des Namens. Ein Powerlord war im mittelalterlichen England ein einflussreicher Adliger auf dem Land.

Die ersten Powerlords nahmen sieben selbst komponierte Lieder im Studio auf. „Nicht wirklich was Neues“, gibt Uwe Mertel zu. Immerhin wurden die Eigenkreationen in Form von 600 Musikkassetten an Freunde verteilt.

Wesentlich mehr Wirkung erzielt die Band mit massentauglichen Coversongs. Dass manch Künstlerkollege über das Nachspielen von Hits eher die Nase rümpft, stört die Powerlords nicht im geringsten. „Ein Sinfonie-Orchester ist ebenfalls eine Coverband“, sagt Angel. Außerdem war den Lords eines viel wichtiger als Werke Marke Eigenbau: das Publikum zu begeistern. Statt vor nur 20 Zuschauern aufzutreten, zieht die Formation aus Hersbruck und Umgebung die Massen an. „Das bockt“, umschreibt es Uwe Mertel.

Die Playlist von Powerlord umfasst Stücke von Billy Idol über Rammstein bis Linkin Park. Alle Songs dürfen einen gewissen Härtegrad nicht unterschreiten. Ausreißer sind eine Rockversion Lady Gagas „Pokerface“ oder der Schlager „Bayern“. Die besten Vorschläge für neue Lieder stammen meist von Uwe Mertel. Sein Wort ist Gesetz, so Pneu. Völlige Fehlgriffe gab es auch schon. Wrong von Depeche Mode wurde zweimal und mangels Feedback der Fans nie wieder gespielt. Gegenbeispiel ist „Enter sandman“, seit Beginn im Programm.

Uwe, Jackson, Pneu, Ray, Angel und Ben sind bekannt für ausgefeilte Bühnenshows. Banner mit ihrem Bandlogo - ein Römerhelm mit Offizierskamm und Gasmaske, darum ein keltisch anmutendes Endlosmuster - zieren den Hintergrund, alle tragen einheitliche kalt wirkende Kleidung, pyrotechnische Effekte heizen die Stimmung an.

Schon Kult ist Rays Pyro-Einlage beim Lied „Mein Herz brennt“. Der passionierte Feuerwehrmann setzt eine Maske auf und lässt daraus einen Funkenregen über den Köpfen der Zuschauer niedergehen.

Größter Gig von Powerlord war wohl das Bike Event Allgäu. Ab der Sicherheitsschleuse wurden die Powerlords per Shuttle weitergebracht und spielten vor zehntausenden Besuchern. Pneu mag aber die Club-Auftritte à la Hersbrucker Nachtgieger genauso: „Einfach das Instrument hinstellen und los geht s.“

Was auf der Bühne toll rüberkommt, ist das Ergebnis akribischer Vorbereitung. Ein oder zweimal im Monat treffen sich die Powerlords in ihrem Übungsraum in Schrotsdorf bei Offenhausen. Vor Gigs gibt es eine Generalprobe. Neue Songs studieren alle für sich ein.

Vor einigen Jahren sorgte die Formation in Hersbruck für einigen Ärger, weil sie bei einem Bierzeltauftritt nachts die halbe Stadt beschallte. Das führte zu Leserbriefen in der HZ und einer Dezibelverordnung durch die Verwaltung.

Doch die Powerlords, von denen fünf Familienväter sind, sind längst salonfähig. Bürgermeister Robert Ilg und Bezirkstags-Vizepräsident Norbert Dünkel besuchen die Konzerte vor heimischer Kulisse ebenso selbstverständlich wie Jugendliche.

Neben den Erfolgen gibt es längst etliche Anekdoten über Pannen. „Anfangs bestand die Pyrotechnik aus dem Abbrennen von Wunderkerzen“, erinnert sich Ray. In Trockau verursachte Powerlord einen Stromausfall und verdunkelte so eine Disco mit mehreren tausend Gästen.

Powerlord pflegt auch das Drumherum. Die Fans können T-Shirts mit dem Logo erwerben. Zur Werbung gestalten die Lords witzige Fotos wie etwa das nachgestellte Abendmahl von Leonardo da Vinci. Nächster Auftritt der Band ist das (ausverkaufte) Geburtstagskonzert zum 20-Jährigen im Hersbrucker City-Kino am 3. März.

www.powerlord.de




Kommentare

Powerlord rockt!, Hersbruck, 24.02.2012 15:59:
PS: Ein paar Restkarten gibts noch im Holzwurm (Kneipe beim City-Kino) :-)

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