Rückenwind für Windkraft

Die jetzt gegründete BI macht sich für Bürger-Windräder im Nürnberger Land stark.
Die jetzt gegründete BI macht sich für Bürger-Windräder im Nürnberger Land stark.2011/04/windpark.jpg

WINKELHAID – Unter dem Arbeitstitel „Landkreiswind“ fanden sich in Winkelhaid 80 Personen aus dem gesamten Landkreis zusammen, um eine überparteiliche Bürgerinitiative pro Windkraft zu gründen. Da die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz eine der Initiatoren für diese BI war, erklärte sich deren  stellvertretende Vorsitzende Christiane Matern bereit, den Abend zu moderieren. Nachdem dann erst einmal der Veranstaltungssaal vergrößert werden musste, um für alle Teilnehmer einen Sitzplatz zu schaffen, folgte ein reger Austausch von Wünschen, Vorschlägen und Ideen.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass speziell vor dem Hintergrund der verheerenden Atomkatastrophe in Fukushima auch im Nürnberger Land die Energiewende vorangetrieben werden müsse, zumal der im Landkreis verbrauchte Strom bisher nur zu drei Prozent regenerativ erzeugt wird (Bundesdurchschnitt 18 Prozent!).

Viele der Redebeiträge zielten darauf ab, möglichst schnell mit der Umsetzung von Bürgerwindrädern zu beginnen, wobei Wert darauf gelegt wurde, dass es sich um echte Bürger-Windräder handeln sollte. Da im Landkreis bereits eine Reihe von Initiativen für Solarenergie und andere Klimaschutzinitiativen etc. bestehen, war man sich auch einig, dass sich diese BI ausschließlich auf die Windkraft beschränken sollte. Welchen ökonomischen Sinn dies auch macht, erläuterte Matern, indem sie sich auf Ausführungen der Energieagentur Nordbayern bezog. Demnach fließen durch jeden Bürger etwa 2000 Euro im Jahr (Im Nürnberger Land wären dies 330 Millionen Euro) an Energiekosten (Heizöl, Benzin etc.) aus dem Landkreis ab. Riesenchancen für den Landkreis bzw. für die Gemeinden, wenn nur ein Teil davon durch regenerative Energieerzeugung als Wertschöpfung im Landkreis verbleiben würde.

Gute Voraussetzungen

Da der Landkreis gute Voraussetzungen zur wirtschaftlichen Nutzung der Windkraft bietet, waren viele Anwesende enttäuscht darüber, dass ausgerechnet zwei Tage nach dem Beginn der Reaktorkatastrophe in Japan der Regionale Planungsverband die Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen im Landkreis gestoppt hat.

Die Gründungsversammlung wählte einen Sprecherkreis, dem neun Personen angehören: Werner Wolter (Hartenstein), Uwe Düker (Schwarzenbruck), Tanja Holl (Schwarzenbruck), Christiane Matern (Schwarzenbruck), Stephan Tralau (Schnaittach), Margit Kiessling (Altdorf), Ulrich Kretschmer (Winkelhaid), Eckart Paetzold (Altdorf) und Manfred Liebel (Burgthann). Ein zehnter Platz wurde für einen Vertreter der Gemeinde Offenhausen reserviert. Dieser Sprecherkreis wird sich in Kürze wieder treffen, um die nächsten Schritte auszuarbeiten. Allen Beteiligten ist aber wichtig, dass dieser Prozess zusammen mit möglichst vielen Bürgern der betroffenen Gemeinden ablaufen soll. Auch will die BI nicht Türöffner für große Windbetreiber sein, sondern mit Genossenschaftsmodellen wie in Offenhausen den Bürgern die Möglichkeit geben, mit der Windkraft zu leben und gleichzeitig attraktive Geldanlagen zu erhalten.

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