WINKELHAID – Unter dem Arbeitstitel „Landkreiswind“ fanden sich in Winkelhaid 80 Personen aus dem gesamten Landkreis zusammen, um eine überparteiliche Bürgerinitiative pro Windkraft zu gründen. Da die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz eine der Initiatoren für diese BI war, erklärte sich deren stellvertretende Vorsitzende Christiane Matern bereit, den Abend zu moderieren. Nachdem dann erst einmal der Veranstaltungssaal vergrößert werden musste, um für alle Teilnehmer einen Sitzplatz zu schaffen, folgte ein reger Austausch von Wünschen, Vorschlägen und Ideen.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass speziell vor dem Hintergrund der verheerenden Atomkatastrophe in Fukushima auch im Nürnberger Land die Energiewende vorangetrieben werden müsse, zumal der im Landkreis verbrauchte Strom bisher nur zu drei Prozent regenerativ erzeugt wird (Bundesdurchschnitt 18 Prozent!).
Viele der Redebeiträge zielten darauf ab, möglichst schnell mit der Umsetzung von Bürgerwindrädern zu beginnen, wobei Wert darauf gelegt wurde, dass es sich um echte Bürger-Windräder handeln sollte. Da im Landkreis bereits eine Reihe von Initiativen für Solarenergie und andere Klimaschutzinitiativen etc. bestehen, war man sich auch einig, dass sich diese BI ausschließlich auf die Windkraft beschränken sollte. Welchen ökonomischen Sinn dies auch macht, erläuterte Matern, indem sie sich auf Ausführungen der Energieagentur Nordbayern bezog. Demnach fließen durch jeden Bürger etwa 2000 Euro im Jahr (Im Nürnberger Land wären dies 330 Millionen Euro) an Energiekosten (Heizöl, Benzin etc.) aus dem Landkreis ab. Riesenchancen für den Landkreis bzw. für die Gemeinden, wenn nur ein Teil davon durch regenerative Energieerzeugung als Wertschöpfung im Landkreis verbleiben würde.
Gute Voraussetzungen
Da der Landkreis gute Voraussetzungen zur wirtschaftlichen Nutzung der Windkraft bietet, waren viele Anwesende enttäuscht darüber, dass ausgerechnet zwei Tage nach dem Beginn der Reaktorkatastrophe in Japan der Regionale Planungsverband die Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen im Landkreis gestoppt hat.
Die Gründungsversammlung wählte einen Sprecherkreis, dem neun Personen angehören: Werner Wolter (Hartenstein), Uwe Düker (Schwarzenbruck), Tanja Holl (Schwarzenbruck), Christiane Matern (Schwarzenbruck), Stephan Tralau (Schnaittach), Margit Kiessling (Altdorf), Ulrich Kretschmer (Winkelhaid), Eckart Paetzold (Altdorf) und Manfred Liebel (Burgthann). Ein zehnter Platz wurde für einen Vertreter der Gemeinde Offenhausen reserviert. Dieser Sprecherkreis wird sich in Kürze wieder treffen, um die nächsten Schritte auszuarbeiten. Allen Beteiligten ist aber wichtig, dass dieser Prozess zusammen mit möglichst vielen Bürgern der betroffenen Gemeinden ablaufen soll. Auch will die BI nicht Türöffner für große Windbetreiber sein, sondern mit Genossenschaftsmodellen wie in Offenhausen den Bürgern die Möglichkeit geben, mit der Windkraft zu leben und gleichzeitig attraktive Geldanlagen zu erhalten.

Die Standorte sind längst festgelegt wie jeder wissen dürfte.
Und lieber ein Windrad neben meinem Haus und dafür die Kernkraftwerke weg. Fragen Sie sich bitte alle was Sie tun wenn z.B. in Grafenreinfeld der Reaktor hoch geht. In welche Richtung wollen die Franken denn dann umziehen.
Deswegen bitte ich Sie alle pro Windkraftenergie in Franken und somit in unseren Landkreis zu sein und unterstützen sie dies.
Als interessierte Bürgerin habe ich an der Veranstaltung am
15.4.11 in Winkelhaid teilgenommen und ich muß sagen, mein Kommen war nicht umsonst. Es freut mich, daß die Initiative pro Wind offensichtlich den Konsens mit den betroffenen Bürgern und den sogenannten „Gegnern“ anstrebt und über Standortfragen und Abstandsflächen diskutieren will.
Das hört sich nach konstruktiver Zusammenarbeit an.
Zwei Standortmöglichkeiten wurden in der Versammlung ja bereits genannt. Herr Tralau favorisiert die „Bondorfer Höhe“ und ein weiterer Besucher hat die Gegend um den Eichelberg als optimalen Standort für ein Bürgerwindrad
ausfindig gemacht, da hier offensichtlich die Abstandsflächen von 1500 m zur Wohnbebauung geährleistet sind.
Trotzdem bin ich froh, daß sich die Befürworter und Nichtbefürworter nicht alleine auf die Suche nach geeigneten Standorten machen müssen, denn da ist ja noch der Planungsverband, der sich lobenswerter weise entschlossen hat, im Nürnberger Land nach neuen geeigneten Standorten für Windräder zu suchen.
Vielleicht hat ja der eine oder andere Glück und bekommt
„sein“ Windrad.
Margrit Thom
Bürgerinitiative „Gegenwind“
Osternohe / Diepoltsdorf / Simmelsdorf und Umgebung
Langes Steinach 17, 91220 Schnaittach
Offener Brief an die neu gegründete Bürgerinitiative „Landkreiswind“
Landkreiswind, Rückenwind und Gegenwind
Wie geht das zusammen?
Doch, tatsächlich, es könnte gehen. Wir wollen es versuchen. Als Vorsitzender der Bürgerinitiative Gegenwind hatte ich die Gründungsversammlung der pro Windkraft Initiative am letzten Freitag in Winkelhaid mit einem klaren Ziel besucht. Ich wollte herausfinden, ob bei Bürgerwindrädern ein Konsens in der Frage des Standortes möglich wäre.
Leider wurde mein Kommen missverständlich aufgefasst. Ich sah mich gezwungen zu erklären, dass wir nicht provozieren wollen und keine Konfrontation suchen, auch keine Grundsatzdiskussion anstreben und nur hier sind um uns zu informieren. Wir folgen einer öffentlich gemachten Einladung.
Auch meine Wortmeldung wurde falsch aufgefasst und ich durfte erst nach kurzer, kontroverser Diskussion zu Wort kommen. Da ich meinen Beitrag in der entstandenen Spannung nicht vollumfänglich anbringen konnte, will ich hier präzisieren.
Bitte, lassen Sie uns gemeinsam nach einem Konsens in der Standortfrage suchen!
Wenn ein solcher Konsens steht, ist eine konstruktive Mitwirkung unsererseits nicht ausgeschlossen. Reden Sie mit uns, denn man kann mit uns reden. Wir sind nicht die aggressiven Totalverweigerer als die wir manchmal hingestellt werden.
Wer Bürgerwindräder bauen will, braucht die Akzeptanz der Bürger, und zwar der Bürger vor Ort, die Akzeptanz derjenigen, die nachher in unmittelbarer Nähe der Objekte leben. Diese Bürger können Sie mit uns erreichen. Sicherlich ist da eine ganz gehörige Portion an Überzeugungsarbeit zu leisten. Wo eine klare Mehrheit der wohnortsnahen Bevölkerung einem Bürgerwindrad nicht ablehnend gegenüber steht, da werden selbstverständlich auch wir unseren Widerstand einstellen. Der Standort und der Mindestabstand zu den Wohnhäusern sind doch die entscheidenden Kriterien in der Pro und Contra Diskussion und nur gemeinsam mit den wohnortnahen Bürgern lässt sich da etwas bewegen.
Dass ein solcher Konsens, wie von uns vorgeschlagen möglich ist zeigt ja auch die Information eines ihrer Mitglieder. Er hatte sich die Mühe gemacht und im Landkreis nach Standorten gesucht, wo ein Mindestabstand von 1.500 Metern zu den nächsten Wohnhäusern eingehalten werden kann. Und siehe da, er ist am Eichelberg fündig geworden. Das ist doch schon ein Schritt in die richtige Richtung und es gibt noch mehr besser geeignete Standorte in unserem Landkreis und auch in der Region. Da könnten noch mehr Vorschläge kommen.
Peter Kraus, Osternohe
18.04.2011